Fisch und Limette
 

Die Häxe-Chuchi

Die Kochschullehrerin Dora Schärer sagte zu, den Männern ihr Reich einmal im Monat zu überlassen. Sie war am ersten Abend anwesend, um zu erklären, was wie gehandhabt wird in ihrer Kochschule. «Wir kochten damals ein Gulasch», erinnert sich Gründungsmitglied Hansjörg Vogel. Da in ein gutes Gulasch auch Zwiebeln gehören, zeigte die Kochschullehrerin gleich, wie man diese richtig verarbeitet. «Ich schneide auch heute noch die Zwiebeln genau so, wie es mir damals Frau Schärer gezeigt hat», sagt Hansjörg Vogel.

Festwirtschaft an grossen Anlässen


Mittlerweile sind keine Gründungsmitglieder mehr in der «Häxe-Chuchi» aktiv. Heute stehen die zweite und die dritte Generation am Herd und bereits wird die vierte in die Geheimnisse der «Häxe-Chuchi» eingeweiht. So können die Hobby-Köche nicht nur richtig Zwiebeln schneiden, sie verstehen es auch, grosse Galadiner zu veranstalten oder an Anlässen die Festwirtschaft zu führen. Zwischen 2001 und 2005 folgten solche Grossanlässe Schlag auf Schlag: Festwirtschaft AMA 2001, Festwirtschaft Gewerbeausstellung Kölliken 2003, Festwirtschaft eidgenössisches Jodlerfest Aarau 2005. Das Können für diese Grossanlässe holen sich die Hobby-Köche an ihren monatlichen Kochabenden. Zwei der Hobbyköche sind jeweils für die Organisation dieser Abende zuständig und geben Tipps und Tricks weiter. Die restlichen Hobbyköche kochen an den vier Kochinseln in der Kochschule. Die Mitgliederzahl in der «Häxe-Chuchi» ist auf 18 Hobby-Köche beschränkt. In den Anfangszeiten gab es sogar eine Warteliste, um aufgenommen zu werden. «Ich war der Letzte, der noch auf dieser Warteliste stand», erzählt Bruno Gerber. Er musste ein gutes Jahr warten und war 20 Jahre Mitglied in der «Häxe-Chuchi». 

13 Jahren amtete Bruno Gerber als Präsident. Am 8. Januar 2015 übergab Bruno das Präsidentenamt an Stefan Möri.

Damals und heute

«Früher hat an den Kochabenden jede Gruppe das ganze Menü gekocht», erinnert sich Gründungsmitglied Hansjörg Vogel. Dabei habe sich auch der eine oder andere Wettbewerb entwickelt, wer denn nun das beste Gericht gekocht habe. «Der eigentliche Wettkampf war aber, wer zuerst fertig ist und noch ein Bier trinken gehen kann», meint Hansjörg Vogel schmunzelnd. Es sei nicht selten vorgekommen, dass einige Gruppen bereits gemütlich im «Rössli» sassen, während andere noch bis um halb eins ihre Kochinsel aufräumten. Wichtig war aber damals wie heute der Zusammenhalt unter den Hobby-Köchen, der nebst den monatlichen Kochabenden auch während der jährlichen Reise gepflegt wird, zu der meist auch die Frauen eingeladen sind. 

Im Unterschied zu früher bereiten heute an den Kochabenden nicht mehr alle dasselbe Menü zu. Jede Gruppe übernimmt einen Gang. «Wer was kocht, bestimmen wir jeweils mit Jasskarten», erzählt Gerber. Aber auch betreffend gesellschaftlicher Anlässe hat sich die «Häxe-Chuchi» verändert. War früher während langer Zeit der Schorüti-Hock mit Suppe und Spatz ein wichtiger Termin, wurde dieser vom traditionellen Galadiner abgelöst. 

Im Jahr 2012 konnte die Häxe-Chuchi Kölliken das 40-Jährige bestehen mit einem grossen Galadiner in der Mehrzweckhalle Holziken feiern. Zu diesem Galadiner am 2. Juni 2012 wurde eine Handvoll ehemalige Hobbyköche eingeladen, welche an den Herd zurückkehrten und mit halfen die Menüs zu kochen. Dies wurde nicht nur von den ehemaligen geschätzt, sondern auch die aktiven Hobbyköche konnten Tips holen und durften persönlich Geschichten der "früheren" Zeit erfahren.

Geriebene Bratkartoffeln